Glücksspielsucht

Süchtige setzen ihr Leben aufs Spiel

Wer selbst glücksspielsüchtig oder als Angehöriger betroffen ist, findet Hilfe bei der "Psychosozialen Beratungsstelle für Suchtgefährdete und Suchtkranke" der Evangelischen Stadtmission, kurz Regio-PSB - in Form von Beratung und Therapie sowie in Selbsthilfegruppen.

Suchtberatungsstelle Regio-PSB berät immer mehr Glücksspieler

Das Beratungsteam verzeichnete im vergangenen Jahr einen massiven Anstieg bei den Hilfesuchenden: "Die Zahl der Menschen, die uns wegen ihres Spielverhaltens aufsuchen, ist im vergangenen Jahr  um 50 Prozent auf über 80 Personen angestiegen. Wir beraten bereits seit 15 Jahren einen hohen Anteil an Glücksspielern. Durch den erneuten deutliche Zuwachs  gehört Glücksspielsucht inzwischen zu den Kernaufgaben unserer Suchtberatung", berichtet Sozialarbeiter Willi Vötter, Leiter der Regio-PSB.
 
Aber ist es wirklich so schlimm, mal ein Spielchen zu wagen – vielleicht in einer Pokerrunde mit Freunden? Und wer hat nicht schon mal einen Lottoschein abgegeben oder gewettet, wer die Fußball-WM gewinnt? "Problematisch wird es dann, wenn aus dem Spaß Abhängigkeit wird. Glücksspielsucht ist eine ernstzunehmende Erkrankung mit schwerwiegenden Folgeerscheinungen", erklärt Willi Vötter. "Ein pathologischer Glücksspieler verliert fast alles - zunächst hohe Geldsummen, die meist seine finanziellen Möglichkeiten übersteigen. Acht von zehn Betroffenen in Beratung und Therapie  haben Schulden. Dann geht das soziale Netz verloren: ein Viertel leidet unter dem Verlust des Arbeitsplatzes, 30 Prozent an Trennung und Scheidung, weil die Familie an der Suchterkrankung zerbrochen ist. Die Geldnot kann auch in die Kriminalität führen: 15 Prozent der süchtigen Glücksspieler haben ein Strafverfahren erlebt. Und die psychische Belastung ist enorm. Drei Viertel der Betroffenen leiden an Schuldgefühlen oder einer Depression, 15 Prozent haben gar einen Selbstmordversuch hinter sich." (Zahlen: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen sowie Baden Württemberg Studie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit Mannheim)
 
Dazu kommt: Glücksspielsucht ist alles andere als ein Nischenthema. Laut einer repräsentativen Erhebung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA) aus dem Jahr 2013 liegt der Anteil der pathologischen Glücksspieler in der deutschen Bevölkerung bei 0,82 Prozent. Hochgerechnet auf die 16- bis 65-jährige Bevölkerung sind das rund 443.000 Menschen. 

6 Tipps bei Problemen mit Glücksspiel

Auch wenn Sie schon öfter die Erfahrung gemacht haben, dass Sie Ihre guten Vorsätze nicht eingehalten haben und sich Ihr Glücksspielverhalten nicht geändert hat, ist Veränderung auch für Sie möglich!
Verurteilen Sie sich nicht selbst!

Wegschauen und die Probleme nicht wahrhaben zu wollen, ist aber auch keine Lösung. Machen Sie einen ehrlichen Selbsttest. Kennen Sie die Symptome der Abhängigkeit bei sich?

Dieser Selbsttest kann Ihnen dabei helfen.

Listen Sie einfach mal auf, was Sie sich durch das Glücksspiel erhofft haben und auch, was Ihnen daran gefällt.

Dieser positiven Seite steht aber auch eine negative Seite gegenüber:
Welche Nachteile und Verluste haben Sie sich durch das Spielen eingehandelt? Listen Sie auch auf, wieviel Geld Sie schon verspielt haben.

Als nächster Schritt, nachdem Sie ehrlich gegenüber sich selbst geworden sind, steht jetzt, an mit den Problemen nicht allein zu bleiben. Überwinden Sie sich, Ihren Veränderungswunsch einem nahe stehenden Menschen anzuvertrauen. Ehrlichkeit und Offenheit rufen unweigerlich Verständnis und Hilfsbereitschaft hervor.

Bleiben sie nicht allein mit Ihren negativen Gedanken und Selbstvorwürfen. Es gibt professionelle Hilfe, die Sie unterstützt, Ihren Weg aus Selbstvorwürfen und negativen Gedanken zu finden. Selbsthilfegruppen und Suchtberatungsstellen haben Einfühlungsvermögen und helfen bei konkreten Schritten aus der Sucht.

Wenn Sie sie sich die Zeit genommen haben, diese Tipps zu lesen und der Wunsch in Ihnen entstanden ist, sie auch umzusetzen, sind Sie auf einem guten Weg aus der Abhängigkeit.

Sie können es schaffen! Und es gibt Hilfe, das darf Sie zuversichtlich machen!

Das Video wird erst nach dem Klick von Youtube geladen und abgespielt. Dazu baut ihr Browser eine direkte Verbindung zu den Youtube-Servern auf. Mehr Informationen entnehmen Sie unserer Datenschutzerklärung.

Schulungen

Prävention auf Anbieterseite: Schulungen für Spielhallen-Personal

Wenn Sie Glücksspiele anbieten - in einer Spielhalle, einer Wettannahmestelle oder anderswo - wissen Sie: Spielen macht Spaß, aber es kann auch zur Sucht werden!

Das Landesglücksspielgesetz verpflichtet Sie, Ihre Mitarbeitenden schulen zu lassen, damit sie problematisches Spielverhalten möglichst früh erkennen. Die Suchtberatungsstelle Regio-PSB Freiburg unterstützt Sie dabei, Verantwortung zu übernehmen und Ihre Kundschaft vor Risiken zu schützen. Wir bieten regelmäßig Schulungen an, um Ihre Mitarbeitenden zu sensibilisieren. Dadurch helfen wir ihnen, auffällige Spieler zu erkennen und sie in Hilfsangebote zu vermitteln. Sie können sich von uns zur Umsetzung des Landesglücksspielgesetzes beraten lassen, Seminare buchen oder Aufsichtspersonal zu Schulungen anmelden.

Wir bieten Ihnen Schulungen zur Qualifizierung Ihres Personals nach § 7 LGlüG an.

Darin vermitteln wir grundlegende Kenntnisse über

  • rechtliche Regelungen
  • suchtwissenschaftliche Grundlagen
  • problematisches Glücksspielverhalten
  • eigene Handlungsmöglichkeiten
  • Angebote der Suchthilfe
  • das Sozialkonzept Ihres Unternehmens.


Unsere Kompetenz

  • Unsere Schulungen werden nach den Anforderungen des Sozialministeriums von ausgebildeten Trainern durchgeführt.
  • Wir nutzen ein bewährtes und anerkanntes Schulungskonzept.
  • Unsere Mitarbeiter verfügen über langjährige Erfahrung in der Arbeit mit
  • abhängigen Glücksspielern und in der Begleitung von Betrieben.
  • Wir sind vor Ort vernetzt und arbeiten mit den zuständigen Ordnungsämtern und Behörden zusammen.


Weitere Infos unter 0761-2858300 bei Willi Vötter.

Termine

Grundlagenschulungen zur Qualifizierung des Personals in Spielhallen nach § 7 LGlüG

Teil 1: Mittwoch, 02.11.2022, 9–16 Uhr, Hotel Alla Fonte in Bad Krozingen

Teil 2: Montag, 28.11.2022, 9–16 Uhr, Hotel Alla Fonte in Bad Krozingen

 

Wiederholungsseminare

Mittwoch, 03.8.2021, 9–17 Uhr, Hotel Alla Fonte in Bad Krozingen

Weitere Termine nennen wir Ihnen gerne auf Anfrage.

 

Kosten

Die Kosten liegen bei 200 Euro pro Schulungstag und Person, inkl. aller Begleitleistungen und Verpflegung.

Ab einer Anmeldung von mindestens 10 Personen je Seminartag erhalten Sie eine exklusive Schulung nur für Ihre Mitarbeitenden.

 

Schulungsangebote für andere Standorte in Baden finden sie hier.

Seminarbedingungen

 

1. Anmeldung

Wir freuen uns über Ihre schriftliche Anmeldung per Mail, Fax oder Brief.

2. Seminargebühr

Bitte überweisen Sie uns den Rechnungsbetrag bis spätestens 14 Tage nach Erhalt der Rechnung.

3. Stornorecht

Nicht wahrgenommene Termine, die nicht abgesagt wurden, werden in Rechnung gestellt.
Der Teilnehmer kann seine Teilnahme bis zwei Wochen vor Seminarbeginn stornieren, danach fällt eine Aufwandsentschädigung in Höhe der Hälfte der Seminargebühren (abzüglich der Bewirtungskosten) an.

4. Seminarabsage

Der Veranstalter ist berechtigt, das Seminar wegen geringer Teilnehmerzahl oder aufgrund von ihm nicht zu vertretenden Umständen, wie z.B. Krankheit, abzusagen. Er informiert möglichst frühzeitig über die Absage.

5. Haftung

Der Veranstalter haftet für Sachschäden nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit, es sei denn, es handelt sich um die Verletzung einer wesentlichen Vertragspflicht (Kardinalspflicht).

6. Datenschutz

Für die Durchführung des Seminars sind Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von personenbezogenen Daten erforderlich. Diese sind durch den Teilnehmer bei Vertragsabschluss korrekt zu übermitteln. Die Daten werden vertraulich entsprechend dem Datenschutzrecht behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.

7. Sonstiges

Erfüllungsort und ausschließlicher Gerichtsstand ist, soweit gesetzlich zulässig, Freiburg. Die Unwirksamkeit einer oder mehrerer der vorstehenden Bestimmungen lässt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt. Die unwirksame Bestimmung ist durch eine wirksame zu ersetzen, die dem mit ihr verfolgten Zweck soweit wie möglich entspricht.

Wir erstellen Ihr Sozialkonzept

Wir unterstützen Sie nicht nur bei der Schulung Ihres Personals, sondern auch bei der Erstellung des obligatorischen Sozialkonzepts für Ihr Unternehmen.

Das Sozialkonzept muss unter anderem beinhalten:

  • Ihre Ziele und Maßnahmen zur Verhinderung problematischen und pathologischen Glücksspiels
  • die Festlegung von Aufgaben und Zuständigkeiten für das Thema Glücksspielsucht in Ihrem Unternehmen
  • welche Hilfen Sie den betroffenen Glücksspielern anbieten oder vermitteln
  • wie Sie die Einhaltung der Vorgaben und den Erfolg Ihrer Maßnahmen kontrollieren
  • Angaben zur Anpassung und Weiterentwicklung Ihres Konzeptes in der Zukunft.


Speziell für die Aufsteller von Spielautomaten bieten wir die Erstellung von Sozialkonzepten nach § 33c GeWo an.

Gemeinsam mit Ihnen entwickeln wir ein maßgeschneidertes Sozialkonzept auf Grundlage der gesetzlichen Vorgaben.