Aktueller Beitrag zu Online-Glücksspiel

Freiburger Stadtmagazin chilli berichtet über Gefahren

chilli, das Freiburger Stadtmagazin, beschäftigt sich in einem aktuellen Beitrag mit Online-Glücksspiel. Ein Betroffener erzählt offen und sehr bewegend, wie er sich durch Glücksspiel und Wetten in hohe Schulden verstrickt hat – und nur noch mit fremder Hilfe wieder herausfand. Er hatte Glück, denn er hat zur richtigen Zeit ein passendes Hilfsangebot gefunden und angenommen.

Unsere Suchtberatung der Evang. Stadtmission Freiburg, die Regio-PSB in der Lehener Straße 54a, bietet genau diese Hilfe – für Menschen, die schon tief drinstecken oder gefährdet sind. Und auch für deren Angehörige. Denn wie Willi Vötter, der Leiter unserer Suchtberatung, in dem chilli-Artikel hervorhebt: Es kommt darauf an, den ersten Schritt zu machen und sich auszutauschen.

Hier geht es zum Beitrag: https://www.chilli-freiburg.de/featured/am-boden-zerstoert-wie-ein-freiburger-sein-geld-im-netz-verzockte/

Erst vor wenigen Monaten haben auch wir im Rahmen eines Aktionstagstages gegen Glücksspielsucht mit einem Infostand in der Freiburg Altstadt unter dem Slogan „Setz dein Glück nicht aufs Spiel“ auf die hohen Gefahren des Online-Glücksspiels insbesondere aufmerksam gemacht und den Kontakt gesucht. Denn Glücksspiel ist eine hohe Gefahr – insbesondere für junge Menschen. Online-Glücksspiel ist ständig und überall verfügbar, bargeldlose Zahlungen machen das Spielen einfach. In Deutschland zeigen laut aktuellen Studiendaten rund 430.000 Menschen ein problematisches Glücksspielverhalten oder sind von Glücksspielsucht betroffen. Und viele geraten immer tiefer in die Spirale der Sucht und in hohe Geldschulden. Gerade deshalb ist es wichtig, frühzeitig Hilfsangebote wahrzunehmen und im Freundes- und Familienkreis die Augen offen zu halten, um abschüssige Wege von Spielenden zu erkennen und den Austausch zu suchen.

Aktionstag gegen Glücksspielsucht 2021 in Freiburg 

Straßenzeitung in der Freiburger Innenstadt sensibilisiert Passant*innen

Am 29. September fand der bundesweite Aktionstag gegen Glücksspielsucht statt. Mit einer Straßenzeitung in der Freiburger Innenstadt machte die Regio-PSB der Stadtmission Freiburg auf die Problematik des Online-Glücksspiels aufmerksam.

Und die Reaktionen blieben sowohl auf der Straße als auch in den sozialen Netzwerken nicht aus. Vorbereitet wurde der Aktionstag, der diesmal vor allem die Gefahren des Online-Glücksspiels ins Zentrum stellte und sich deswegen primär an die Netzgemeinde wandte, mit einer Social-Media-Kampagne. Da auch die Badische Zeitung auf die Aktion hinwies, waren zu Aktionsbeginn schon Interessierte mit ganz gezieltem Beratungsbedarf am Aktionsort in der Freiburger Innenstadt. Überwiegend junge Menschen blieben stehen und bewerteten die Statements zum Online-Glücksspiel. Auch eine Reporterin des SWR war dabei und hat vor Ort einige Stimmen eingefangen.

Für die meisten, die vorbeikamen, sei Online-Glücksspiel keine Versuchung. Viele glauben, über die Risiken gut informiert zu sein. Einzelne bekennen freilich, dass sich das Thema in ihrem Umfeld schon negativ bemerkbar gemacht hat. Genau deshalb gingen die beiden Suchtberater*innen der Stadtmission auch auf die Straße. Sie wollen Mut machen, die Probleme, die mit einer Glücksspielsucht entstehen können, offen zu machen und regen dazu an, Hilfe zu suchen.

In der Regio-PSB Freiburg gibt es neben der Einzelberatung für Betroffen und Angehörige auch ein Gruppenangebot für Menschen, die sich in ihrer Glücksspielabstinenz stärken möchten.

Dass die Aktion noch nachwirkt und viele Betroffene und Angehörige Hilfe suchen oder Abhängigkeit erst gar nicht entsteht, dafür lohne sich der Einsatz auf der Straße und den sozialen Kanälen, so die aktiven Berater_innen der Stadtmission.

 

Selbsthilfegruppe Glücksspiel

Wer? Für alle, die ihre Spielfreihiet stärken wollen und Unterstützung in einer Gruppe suche.
Wann? Immer montags in den ungeraden Wochen von 18 bis 19:30 Uhr
Wo? Lehener Straße 54a

Spielerisch über Glücksspielsucht aufgeklärt
Suchtberatungsstelle Regio-PSB beteiligte sich am bundesweiten Aktionstag

Rund 500.000 Menschen in Deutschland haben Probleme mit übermäßigem Glücksspiel. Hinzu kommen zahlreiche Angehörige, die von dieser Problematik mitbetroffen sind. Um auf das hohe Suchtpotenzial aufmerksam zu machen, fand am 30. September 2020 wieder der bundesweite Aktionstag gegen Glücksspielsucht statt. An diesem Tag informierten in ganz Deutschland Mitarbeitende der Suchthilfe mit öffentlichen Aktionen und im persönlichen Gespräch über die Gefahren, die von der Teilnahme an Glücksspielen ausgehen können.

In Freiburg beteiligte sich die Regio-PSB, die Suchtberatungsstelle der Evangelischen Stadtmission, an diesem Aktionstag. Am Nachmittag klärte das Team vor der Beratungsstelle in der Lehenerstraße 54a mit einem Quiz spielerisch über die Problematik auf und kam so mit vielen Passanten ins Gespräch.

Die Regio-PSB bietet Betroffenen und Angehörigen schon seit vielen Jahren Beratung und Begleitung an. Seit dem 21. September beherbergt sie in ihren Räumen nun auch eine neue "Selbsthilfegruppe Glücksspielsucht", die sich immer montags in den ungeraden Kalenderwochen von 18 Uhr bis 19:30 Uhr in der Lehenerstraße 54a trifft. Die Gruppe ist offen für alle, die ihre Spielfreiheit stärken wollen und Unterstützung in einer Gruppe suchen.

Weitere Informationen finden Interessierte hier.

Badische Zeitung berichtet über Suchthilfe in Zeiten von Corona

In ihrer Ausgabe vom 1. Oktober 2020 berichtet die Badische Zeitung über die Herausforderungen, denen sich von Sucht betroffene Menschen und ihre Berater in Zeiten von Corona stellen müssen. Willi Vötter, der Leiter der Suchtberatungsstelle Regio-PSB, wird in dem Artikel auch zitiert.

Hier geht es zum Text. (Der Bericht ist leider nur für BZ-Abonnenten vollständig zugänglich.)

 

Neue Selbsthilfegruppe Glücksspielsucht

Für alle, die ihre Spielfreiheit stärken wollen und Unterstützung in einer Gruppe suchen, bietet die Suchtberatungsstelle Regio-PSB die neue Selbsthilfegruppe Glücksspielsucht an.

Die Gruppe trifft immer montags in den ungeraden Kalenderwochen von 18 Uhr bis 19:30 Uhr in der Suchtberatungsstelle, Lehenerstr. 54a.

Hier können Sie den Info-Flyer herunterladen.

„Ein völlig falsches Signal“
Statement von Willi Vötter Leiter der Regio-PSB Freiburg, zur Duldung von Online-Glücksspiel

Die Landesregierungen der 16 Bundesländer haben sich nach Medieninformationen darauf geeinigt, dass zahlreiche bislang illegale Online-Automatenspiele bereits jetzt geduldet werden, obwohl der neue Glücksspielstaatsvertrag erst im kommenden Jahr in Kraft treten soll. Er sieht vor, dass ab Juli 2021 auch Online-Casinos in Deutschland eine Lizenz beantragen können. Bislang sind solche Spiele lediglich in Schleswig-Holstein legal, dennoch werben viele Anbieter schon seit Jahren bundesweit für ihre Online-Spiele.

Zur Vereinbarung der Länder äußert sich Willi Vötter als Leiter der Regio-PSB, der Suchtberatungsstelle der Evangelischen Stadtmission Freiburg:

„Viele Betroffene Spieler wünschen sich seit Jahren eher restriktivere Maßnahmen zum Schutz vor den massiven Folgen des pathologischen Glücksspiels. Glücksspiel ist keine harmlose Sucht, sondern in Bezug auf die Auswirkungen in der Familie, im sozialen Umfeld am Arbeitsplatz und letztlich auch auf die psychische Gesundheit mindestens so schädlich einzuschätzen wie die Alkoholabhängigkeit.
Wir sehen mit großer Sorge, dass mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag ein bisher verbotener Onlinemarkt zu weiten Teilen legalisiert werden soll. Anbieter, die sich bisher nicht als gesetzeskonform erwiesen haben, erhalten jetzt einen staatlichen Freifahrtschein.
Gesetzeskonforme Anbieter und vor allem die abhängigen Spielerinnen und Spieler wird das sehr schmerzen. Jede Art der Ausdehnung des Glücksspielmarkts vergrößert das Leid von Betroffen und Angehörigen. Gleichzeitig wird die längst überfällige, spielartenübergreifende und bundeseinheitliche Spieler-Sperrdatei unter behördlicher Kontrolle weiter nur in Aussicht gestellt.
Eine Legalisierung des bisher verbotenen Onlinemarkts setzt ein völlig falsches Signal an ausstiegswillige Spieler und auch an junge, besonders anfällige Zielgruppen der Glücksspielindustrie.
In der Konsequenz setzt der Staat hier sein Glücksspielmonopol aufs Spiel und entlässt die Anbieter aus ihrer sozialen Verantwortung. Als Suchtberater mache ich mir große Sorgen, dass die steuerlichen Einnahmen aus dem Glücksspiel die gesellschaftlichen Folgen der pathologischen Glücksspielsucht bei weiten nicht aufwiegen werden.“

Verspieltes Vertrauen zurückgewinnen
Wie eine Glücksspielerin fast ihr Leben ruinierte – und dann den Ausstieg schaffte

„Um Spannung abzubauen“, fing Kathrin Basler (Name von der Redaktion geändert) vor rund zehn Jahren an, Online-Lotto zu spielen. Was für Außenstehende harmlos klingt, wuchs sich bei ihr bald zu einer alles bestimmenden Spielsucht aus: „Ich habe bei vielen internationalen Lotterien mitgemacht, in der schlimmsten Phase mehrmals am Tag, und immer mit dem höchstmöglichen Einsatz.“ Anfangs spürte sie dadurch eine Entlastung von dem Druck, dem sie bei ihrer Arbeit als Leitungskraft in der Pflege ausgesetzt war. Besonders die Zeit zwischen dem Spieleinsatz und der Ziehung der Gewinnzahlen – mehrere Stunden oder Tage - war dabei wichtig: „Das war ein Spannungsbogen, den es bei anderen Glücksspielen nicht gibt. Die Hoffnung, dass ich gewinne, hielt ja bis zur Auslosung an.“ Was hätte sie denn mit dem gewonnenen Geld angefangen? „Ich wollte mir einfach mal was leisten können. Später hatte ich dann die Hoffnung, dass ich mit dem Gewinn meine Schulden zurückzahlen könnte – obwohl mir im Kopf schon klar war, dass das nicht funktioniert.“

Bei der Arbeit fiel niemandem etwas auf, denn sie spielte immer nur zuhause. „Ich hätte mir auch nicht vorstellen können, in einer Spielhalle zu gehen. Da war die Gefahr zu groß, dass mich jemand sieht.“ Ihr Lebensgefährte habe gemerkt, dass sie angespannt war, doch von der Sucht lange nichts bemerkt. „Wir lebten zwar zusammen, aber wir hatten beide Schichtdienst, sodass ich zeitweise allein zuhause war und unbemerkt spielen konnte.“ Es gelang Kathrin Basler auch problemlos, an das Geld für ihre Spielsucht zu kommen: „Als mein Einkommen nicht mehr reichte, habe ich Kredite aufgenommen. Es war erschreckend, wie einfach ich die bei der Bank bekommen konnte.“ Sie verlor den Bezug zum Geld und „wusste sie nicht mehr, wieviel 10 oder 100 Euro sind“. Auf eine kurze spielfreie Phase folgte ein heftiger Rückfall mit neuen Schulden.

Irgendwann ließen sich die gravierenden Folgen des exzessiven Spielens nicht mehr verbergen – wenn auch viel zu spät: Am Ende stand die Lottospielerin mit rund 30.000 Euro in der Kreide und der Gerichtsvollzieher klopfte an die Tür. „Es ging um meine Existenz.“ Schließlich wandte sie sich an die Schuldnerberatung, legte alles offen und meldete Privatinsolvenz an.
Mindestens ebenso schwerwiegend waren die Folgen für ihr soziales Umfeld: „Ich habe meinen Lebensgefährten, meine Mutter und meine Geschwister jahrelang angelogen. Von meinen Freunden habe ich mich zurückgezogen. Es gab für mich nur noch Arbeit und Spielen.“ Ihre langjährige Partnerschaft drohte zu scheitern: „Damals stand die Frage im Raum, ob wir uns trennen. Das Schwierigste war der Vertrauensbruch.“ Dieses buchstäblich „verspielte“ Vertrauen zurückzugewinnen, brauchte viele Zeit.

Es gelang ihr, mehrere Monate lang spielfrei zu bleiben. Ihre Leitungsstelle gab sie auf, das brachte ihr etwas Entlastung. Therapeutische Hilfe suchte sie sich anfangs nicht - aus Scham. „Ich bin an sich ein sehr strukturierter Mensch und es fiel mir schwer zuzugeben, dass ich die Kontrolle über mein Leben verloren habe. Es braucht Zeit sich einzugestehen, dass man süchtig ist und es nicht allein hinbekommt.“ Doch dann erkannte sie, dass sie es aus eigener Kraft nicht schaffen würde, auf Dauer von der Sucht loszukommen und „alles wieder ins Lot zu bringen“. Sie wollte ihr Leben endlich wieder in die eigene Hand nehmen.

Im Juli 2019 begann sie dann eine wöchentliche Gesprächstherapie bei Willi Vötter, dem Leiter der Suchtberatungsstelle Regio-PSB, und eine Gruppentherapie bei anderem Träger. Zur Therapie gehörte, zu erkennen und darüber zu sprechen, welche Ursachen zur Spielsucht geführt hatten. Neben dem Druck bei der Arbeit steckten wohl auch familiäre Prägungen – sie kommt aus einfachen Verhältnissen, ihr Vater, zu dem sie lange keinen Kontakt hatte, war ebenfalls spielsüchtig – dahinter. Und: „Ich konnte meine Gefühle nicht äußern.“

Inzwischen ist die 40-Jährige seit zwei Jahren spielfrei. „Das ist eine große Entlastung für mich. Trotz meiner Privatinsolvenz habe ich Geld zur Verfügung, da ich nichts mehr verspiele. Und vor allem muss ich nichts mehr verbergen.“ Zum Abbau von Stress hat sie nun andere Wege gefunden: „Ich habe Hobbies wiederaufleben lassen, die mir früher Spaß gemacht haben: ich gehe mit meinem Hund spazieren und fahre mit dem Rad. Puzzle mache ich auch sehr gerne.“ Ihre Partnerschaft hat die schwere Krise überstanden – mittlerweile sind Kathrin Basler und ihr Lebensgefährte verheiratet.
In Versuchung, rückfällig zu werden, ist Kathrin Basler nicht: „Der Spieldruck ist weg.“ Ihre Therapien laufen Ende Oktober aus, doch sie ist bei der neuen Selbsthilfegruppe für Glücksspielsüchtige dabei, die sich in der Regio-PSB trifft. „Das ist eine stetige Unterstützung, und ich kann mich mit Gleichgesinnten austauschen.“

Ihre Ziele für die nächsten Jahre sind klar: „Ich will spielfrei bleiben und meine Schulden abbauen.“ Zudem hat sie den Vorsatz gefasst, gegenüber ihrem Umfeld nichts mehr zu verheimlichen. Ihr großer Traum: „Wenn die Schulden abbezahlt sind, möchte ich zusammen mit meinem Mann eine längere Auszeit nehmen und mit dem Wohnmobil auf Reisen gehen.“

Ab sofort wieder persönliche Beratung bei besonderem Bedarf

Manchmal habe ich in den letzten Wochen der Corona Krise gedacht: „So muss sich Sucht anfühlen. Leben mit einer nur kurzfristigen Perspektive von Tag zu Tag, noch ohne die Hoffnung auf Ausstieg.“

In der Beratungsstelle haben wir uns auf die durch Corona bedingten Anforderungen eingestellt und unser Angebot angepasst:

Wir bieten aktuell nur eine telefonische Beratung an. Diese wird von den Betroffenen und Angehörigen gerne angenommen. Der Bedarf an Vermittlung in ambulante und stationäre Rehabilitation hat sogar zurzeit ein Nachfragehoch erreicht.

Mit unserem Hygienekonzept können wir bei besonderem Bedarf und nach Anmeldung ab sofort auch wieder persönliche Gespräche in der Beratungsstelle durchführen.

Wir sind sehr froh, dass unsere Kooperationspartner, die Kostenträger, die Verwaltungen und auch die Politik das Hilfesystem aufrechterhalten, unterstützen und fördern.

Wir wissen noch zu wenig, wie sich die Corona-Krise auf den Konsum von Suchtmitteln und das Suchtverhalten auswirkt, befürchten jedoch einen steigenden Bedarf in den nächsten Monaten, der auch uns im Hilfesystem vor neue Aufgaben stellen wird. Für manche Entwicklungen mag die jetzige Situation wie ein Katalysator wirken, der uns herausfordert, unser Angebot bedarfs- und zielgruppenkonform anzupassen und zu verbessern.

Willi Vötter, Leiter der Regio-PSB

Engere Zusammenarbeit gewünscht: Treffen Diakonischer Suchthilfe in der Region Freiburg - Lörrach

Blaues Kreuz, Freundeskreise und die professionellen Angebote der Stadtmission und des Trägervereins der Beratungsstelle Lörrach wollen ab sofort enger zusammenarbeiten.
Zu einem Treffen Diakonischer Suchthilfe hatten die Evangelische Stadtmission und der Trägerverein des Blauen Kreuzes Lörrach am 28. September ins Wichernhaus nach Freiburg eingeladen.
Frank Maier vom Blauen Kreuz in Deutschland e.V. stellte in einem Eingangsreferat anschaulich „Neue Wege in der Suchthilfe“ dar. Mit aktivitätsorientierten Gruppenangeboten wie Sporttreffs sollen die Angebote der Selbsthilfe attraktiver werden - insbesondere für jüngere Suchtkranke. Miriam Meyer aus dem Josefshaus verwies in einem ergänzenden Impulsreferat darauf, dass sich durch die gesellschaftliche Sichtweise der Sucht auch die Hilfsangebote verändern: Neben der Hilfe für Suchtkranke wird in Zukunft auch die Prävention des Suchtmittelkonsums stärker in den Fokus rücken. Mit einem Input zu positiven Rückmeldungen in der Gruppe stellte Dr. Hanns Gerhard Koelbing aus der Regio- PSB Lörrach schließlich ein wichtiges Werkzeug in der Gruppenarbeit dar.

In der anschließenden Diskussion und dem Plenum zum Thema „Zukunft gemeinsam gestalten“ wurde intensiv gearbeitet und es wurden erste Absprachen getroffen.

Ergebnis des Treffens: Die Zusammenarbeit der professionellen Suchthilfeeinrichtungen mit den Beratungsstellen in Lörrach und Freiburg und dem Josefshaus St. Peter auf der einen Seite sowie der ehrenamtlichen Selbsthilfe der Blau-Kreuz- und Freundeskreis-Selbsthilfegruppen in der Region auf der anderen Seite soll verstärkt werden. Ziel ist es, den Veränderungen und Herausforderungen des Hilfebedarfs gemeinsam besser gerecht zu werden. Die Beteiligten wünschen sich eine regelmäßige Kooperation und gemeinsame Treffen auch auf der Ebene des Diakonischen Werks Baden. Die gegenseitige Vernetzung über alle Kanäle der modernen Kommunikation sollen intensiviert werden, um so das „Wir-Gefühl“ zu stärken und sich gegenseitig zu motivieren. Alle Beteiligten erleben schließlich Hoffnungsgeschichten, die weiterhin vielen Suchtbetroffenen und deren Angehörigen Mut machen können, Wege aus der Sucht zu finden. Ganz konkret bot Frank Meier auch in der Region Unterstützung beim Aufbau neuer Gruppenangebote an. Die Teilnehmer bedankten sich zufrieden bei Willi Vötter von der Evangelischen Stadtmission für die Organisation und Moderation. Dieser Dank geht auch an alle Mitarbeitenden aus dem Wichernhaus, die für einen reibungslosen Ablauf und das leibliche Wohl sorgten.

Bericht über Glücksspielsucht im Stadtkurier

Der Stadtkurier berichet in seiner Ausgabe vom 7. März 2019 über das Thema Glücksspielsucht und die Angebote der Regio-PSB.

In den Text hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen. Willi Vötter wird mit dem Satz zitiert: „Betroffene und Angehörige finden in den AGJ-Suchtberatungsstellen Rat und Hilfe."
Richtig muss es heißen: „Betroffene und Angehörige finden in der Regio-PSB der Evangelischen Stadtmission Rat und Hilfe.“

Den Bericht können Sie hier nachlesen.

Glücksspielsucht? Kommt mir nicht in die Tüte!
Regio-PSB beteiligte sich am bundesweiten Aktionstag

Mit dem „Aktionstag Glücksspielsucht“ wurde am 26. September bundesweit auf die Gefahren des Glücksspiels aufmerksam gemacht. Durch Fernsehbeiträge und Zeitungsartikel wurden Betroffene und ihre Angehörigen neben Fakten über die Glücksspielsucht auch über die Hilfsmöglichkeiten informiert. Denn die Anzahl der betroffenen Personen ist in den letzten Jahren unablässig gestiegen.
Nach Schätzungen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen waren im Jahr 2007 rund 252.000 Menschen von problematischem und pathologischem Glücksspiel betroffen, im Jahr 2018 sind es nun schon etwa 506.000 Menschen.

Die Suchtberatungsstelle Regio-PSB der Evangelischen Stadtmission beteiligte sich ebenfalls am Aktionstag gegen Glücksspielsucht. Bäckertüten mit dem Aufdruck „Spielsucht? Kommt mir nicht in die Tüte!“ wurden in Kooperation mit der Bäckerei Reiß-Beck im Vortagsladen in der Lehener Straße an die Kunden verteilt. Rund 250 Tüten konnten an diesem Tag weitergegeben werden. Die Tüten kamen bei den Verkäufer*innen und den Kund*innen gleichermaßen gut an. Auch die Infoflyer auf der Theke wurden fleißig mitgenommen.

Der lokale Fernsehsender (Baden TV Süd) nahm mit einem Beitrag in seiner Nachrichtensendung das Thema Glücksspielsucht gut auf. Den Beitrag können Sie hier anschauen.

Wir hoffen, dass wir in Freiburg den betroffenen Menschen durch die Thematisierung des Glücksspielverhaltens Mut machen konnten, sich Hilfe zu holen. Unser Angebot von der Angehörigengruppe bis zur ambulanten Reha finden Sie hier.

BZ-Bericht über Spielsucht

Die Badische Zeitung lässt in ihrer Ausgabe vom 10.01.2018 einen von Spielsucht Betroffenen über seine Erfahrungen berichten.

Hier geht es zum Bericht.

Außerdem wird der Leiter der Suchtberatungsstelle Regio-PSB interviewt.

Hier geht es zum Interview.

„Was denken Sie über Spielhallen?“ Aktion der Suchtberatungsstelle Regio-PSB zum „Aktionstag Glückspielsucht“

„Alter ich schwör‘: Spielhallen haben meinen Geldbeutel gef…“ Mit diesen drastischen Worten reagiert ein Passant auf die Frage: „Was denken Sie über Spielhallen?“ Diese Frage stellte die „Regio-PSB“ der Evangelischen Stadtmission am 28. September auf einer Bodenzeitung in der Freiburger Innenstadt. Anlass der Aktion: der bundesweite „Aktionstags Glücksspielsucht“.
Die Suchtberatungsstelle konnte mit dieser niederschwelligen und wertschätzenden Form der Ansprache viele gute Gespräche über die Risiken von Glücksspiel führen und über Hilfsmöglichkeiten informieren. Viele Passanten blieben stehen, lasen sich die vorgegeben Antwortmöglichkeiten durch und markierten die Aussage, der sie zustimmten, mit einem Kreuz.
Vor allem junge Menschen stimmten zu, dass „die Leute selber wissen müssen, ob sie da reingehen“.  Noch mehr Passanten aber sahen die Not der „25.000 Glücksspielsüchtigen in Baden Württemberg“ und forderten, dass man „da etwas unternehmen“ müsse. Eine hohe Zustimmung bekam auch die Aussage, dass „am Ende doch nur die Besitzer von Spielhallen die Gewinner“ seien. Wenig Zustimmung fand die Aussage, dass man „mit einer guten Strategie Geld gewinnen“ könne, oder auch, dass „Spielhallen doch auch Arbeitsplätze schaffen“.
Eine ganze Reihe von Passantinnen und Passanten äußerten im Gespräch, dass sie selbst einen Kollegen oder Angehörigen hätten, der von der Spielleidenschaft nicht mehr loskäme. Einige wenige bekannten sogar eigene Probleme mit dem Glücksspiel. Hier konnte Informationsmaterial  weitergegeben und der Kontakt zur Beratungsstelle hergestellt werden. Immer wieder wurde auch darauf hingewiesen, dass Glücksspiel eine wichtige staatliche Einnahmequelle bei uns ist. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Präventions- und Hilfsangebote wie das der Stadtmission ausreichend gefördert werden. Insgesamt fand die Aktion viel positive Resonanz und Zustimmung.

Film zum Thema Spielsucht

Für eine Sendereihe über Stadtmissionen in Baden dreht seit Sommer 2015 ein Team von ERB Medien in verschiedenen Einrichtungen der Ev. Stadtmission Freiburg.

Im Januar war das Filmteam zu Gast bei der Regio-PSB, unserer Suchtberatungsstelle, und in einer Freiburger Spielhalle. Thema des Films: Spielsucht und die Prävention auf Anbieterseite.

Unsere Suchtberatung führt Schulungen für Spielhallen-Personal durch, um die Mitarbeitenden dafür zu sensibilisieren, wie sie auffällige Spieler erkennen und in Hilfsangebote vermitteln können.

Die gesamte Sendung, die auch Beiträge über die Arbeit der Stadtmissionen in Karlsruhe und Heidelberg enthält, können Sie hier anschauen.


Infos für Betroffene
Infos für Anbieter

BZ-Bericht über Selbsthilfegruppe für Glücksspielsüchtige

Die Badische Zeitung berichtete am 21. Mai 2016 über die Selbsthilfegruppe für Glücksspielsüchtige unserer Suchtberatungsstelle Regio-PSB.

Hier geht es zum Bericht.

Veranstaltung zur Hilfe für Angehörige von Suchtkranken

Wie Angehörige von suchtkranken Menschen leiden  und  wo sie Hilfe finden, erfuhren am 11. Juni 2015 über 350 Besucher der Veranstaltung „Zwischen Ohnmacht und Wut - die Situation der Angehörigen von Suchtkranken“ im Paulussaal Freiburg. Veranstalter waren der Freundeskreis für suchtkranke Menschen, das Blaue Kreuz in Deutschland, Ortsverein  Freiburg,  und der Kreuzbund, Diözesanverband Freiburg. Die AOK Freiburg unterstützte die Veranstaltung  im Rahmen der Projektförderung  finanziell und organisatorisch.
Ein „Markt der Möglichkeiten“ mit elf Infoständen  von Hilfsorganisationen und Selbsthilfegruppen  gab Angehörigen die Möglichkeit sich zu informieren. Drei Fachreferate zeigten Wege zur Hilfe für Angehörige  auf.
Der Vortrag von Dr. Friedemann Hagenbuch (Chefarzt an der Klinik für Suchtmedizin des Zentrums für Psychiatrie Emmendingen) trug den Titel „Die Liebe und der Suff regen die Menschen uff“.  In seinem Referat ging es u.a. um die Suchterkrankung als „Familienerkrankung“, um Hilfsformen und -einrichtungen sowie um rechtliche Aspekte.
Frau Dr. Monika Rennert (Psychologische Psychotherapeutin und Fachbuchautorin) informierte über das Thema „Mitbetroffen von der Sucht – sind Angehörige co-abhängig?“ Dabei ging es um Fragen wie: Wer zieht wen in der betroffenen Familie nach unten? Welche Rollen spielen die Kinder als  „stille Opfer“?
Diplom-Sozialarbeiter und Therapeut Willi Vötter (Bereichsleiter der Sozialen Dienste der Evangelischen Stadtmission Freiburg), sprach über „Schritte aus der Ohnmacht und erste Hilfe für Angehörige“ und zeigte einen verständlichen Wegweiser auf.
Die Veranstaltung geht zurück auf eine Initiative von Armin Schilling, Leiter des Freundeskreises  für suchtkranke Menschen  der Pfarrgemeinde  St. Andreas, und seiner Familie. Sie dachten aufgrund eigener leidvoller Erfahrungen an die Angehörigen von Suchtkranken und beschlossen, etwas für sie zu tun.
Für den musikalischen Rahmen sorgte die Jazz-Band Annelie Schwind Quartett.

Manfred Kluth/ Red.

Foto: Schilling

Fachvorträge der ReferentInnen zum Download

Präsentation zum Vortrag von Dr. Friedemann Hagenbuch (Klinik für Suchtmedizin im Zentrum für Psychiatrie Emmendingen)

Vortrag von Dr. Monika Rennert (Psychologische Psychotherapeutin und Autorin des Buches "Co-Abhängigkeit: Was Sucht für die Familie bedeutet“)

Vortrag von Willi Vötter, Bereichsleiter Soziale Dienste der Evangelischen Stadtmission und Leiter der Suchtberatungsstelle Regio-PSB
Präsentation zum Vortrag

Veranstaltungsflyer zum Download

BZ-Interview zu Suchtberatungsstelle Regio-PSB

Am 5. Juni veröffentlichte die Badische Zeitung ein Interview mit dem Leiter unserer Suchtberatungsstelle Regio-PSB.

Medienberichte über Spielsucht und Regio-PSB

Die Badische Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 25.09.2014 über die Risiken der Glücksspielsucht und die Arbeit unserer Suchtberatungsstelle Regio-PSB:

http://www.badische-zeitung.de/freiburg/wenn-der-spielautomat-das-leben-bestimmt--91740443.html

Das SWR-Fernsehen griff das Thema am gleichen Tag in der Landesschau auf:

http://swrmediathek.de/player.htm?show=8e63c520-44da-11e4-8ce5-0026b975f2e6

Auch im SWR-Radio und bei Radio Regenbogen wurden Beiträge gesendet.

Bundesregierung zeichnet PräRIE-Projekt aus: 5000 Euro Preisgeld für vorbildliche Alkoholprävention

99 Kommunen hatten sich am Bundeswettbewerb "Vorbildliche Strategien für die kommunale Suchtprävention" beteiligt. Den mit 5000 Euro dotierten 2. Platz belegte das Freiburger Projekt PräRIE, an dem auch die Regio-PSB der Evangelischen Stadtmission beteiligt ist.

Die Jury hob besonders die "ganzheitliche Ausrichtung" der Arbeit des PräRIE-Teams hervor. Gesundheitsminister Daniel Bahr lobte die Vernetzung und Zusammenarbeit mit "allen relevanten Kräften der Stadtgesellschaft".

"PräRIE" ist ein Kooperationsprojekt der Stadt Freiburg und des Arbeitskreises Suchthilfe, das seit fünf Jahren Alkoholprävention betreibt. Dabei geht es vor allem darum, dem zunehmenden Alkoholkonsum im öffentlichen Raum entgegenzuwirken. Ein räumlicher Schwerpunkt ist das so genannte "Bermuda-Dreieck" in der Freiburger Innenstadt. Im vergangenen Jahr wurden mit den verschiedenen Teilprojekten des PräRIE-Programms - vor allem bei Einsätzen in der Innenstadt und in den Straßenbahnen - 4500 Personen erreicht.

Weitere Informationen zum Wettbewerb und allen Preisträgern unter http://kommunale-suchtpraevention.de.